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Who is who? Vier Generationen Kaufmannstum

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Julius Franck
Rolf Franck
Heinrich & Elke Franck

Wir gehören noch zu der seltenen Gattung „Familienunternehmen“. Inhabergeführt seit mittlerweile vier Generationen. Nachdem sich Gründer Georg Wilhelm Carl Ladage in den 1860er Jahren aus Hamburg verabschiedete und Johann Diedrich Wilhelm Oelke zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts am Herztod dahinschied, übernahm sein Schwager Julius Franck die Geschäfte. Seither liegt die Geschäftsführung in der Linie Franck.

 

Julius Franck (1871-1945)

Seine erste Amtshandlung war der Gang zum Amtsgericht, um den Betrieb unter der Nummer 7794 ins Handelsregister eintragen zu lassen. Julius steuerte das Unternehmen sicher durch die Wirren beider Weltkriege und führte als erster deutscher Händler den legendären Burberry Trenchcoat im Sortiment. Er war ein echter „Pfeffersack“ und galt als strenger, sparsamer Herr mit einem feinen Sinn für Humor. Julius Franck starb 1945 kurz nach Kriegsende in Schleswig-Holstein, wo er mit seiner Familie Zuflucht vor den Bomben gesucht hatte.

 

Rolf Franck (1911-1993)

Bereits in den 30er Jahren, mit jungen 16 Jahren, wies Franck senior seinen Sohn an, den Sonntagsanzug anzuziehen, um im Geschäft die Kaufmannslehre zu beginnen. Auch wenn dieser zu dem Zeitpunkt von einem Leben als Landwirt oder Fotograf träumte, kam er dem väterlichen Wunsch nach. Fortan waren Stoffe und kaufmännische Abläufe seine Welt. Kleine Fluchten in Form von Streifzügen durch die Stadt mit seiner heißgeliebten Fotokamera oder Ruderpartien auf Elbe und Alster musste der strenge Vater tolerieren. Franck junior war Mitglied im renommierten „Hamburger und Germania Ruderclub“ und ein äußerst versierter Ruderer. Nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg übernahm Rolf die Geschicke des Unternehmens und begann mit dem Wiederaufbau der Firma. Unter seiner Führung gedieh das Unternehmen und teilweise gingen in Wirtschaftswunderzeiten hunderte Cashmere-Schals täglich über die hölzerne Ladentheke. Oft konnte die Ware gar nicht so schnell nachgeliefert werden, wie sie hätte verkauft werden können. Es kam sogar vor, dass er an den Weihnachtssonnabenden ein Schild an die Tür hängen musste mit der Aufschrift: „Wegen Überfüllung zeitweise geschlossen.“ Bis zu seinem Tod 1993 war Rolf Franck eine prägende Person des Hauses Ladage.

 

Heinrich Franck (1953)

1982 folgte der gelernte Herrenschneider und Modelleur dem väterlichen Ruf, in die Firma Ladage & Oelke zurückzukehren. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Heinrich gegen eine Karriere in der internationalen Modebranche und damit für die Hansestadt und den Familienbetrieb. Gemeinsam mit seinen vier Schwestern bewahrte er den anglophilen Charme des Magazins und widmet sich bis heute der Kundenberatung und Produktentwicklung. Er sorgte Anfang der 90er Jahre für den originalgetreuen Wiederaufbau des ausgebrannten Geschäftes und erweiterte das Sortiment um die Damen- und Schuhabteilung im 1. Obergeschoss. 2008 eröffnete er dann den separaten Schuhsalon „Crossford‘s Number One“ in den Colonnaden, wo er Schuhpflegekurse und Maßschuhtage initiierte.